Urbane Utopien: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus, Hilke Berger?
Shownotes
Von „Metropolis“ bis zum „Lustigen Taschenbuch“, von Mark Twain bis Stanley Kubrick: Seit über hundert Jahren findet in Filmen, Comics, Büchern, Videospielen, in Kunst und Popkultur eine Auseinandersetzung mit der „Stadt der Zukunft“ statt. Irgendwo zwischen Dystopien und Utopien, zwischen Betonhöllen und bepflanzten Hauswänden, zwischen fliegenden Autos und Teleportern.
Manches ist wahr, manches bleibt Science Fiction, aber eines gilt es zu Bedenken: Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht, hat die Stadt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zukünfte. Hilke Berger, Stadtforscherin und Expertin für kulturelle Stadtentwicklung, wirft gemeinsam mit Host Jonas Ross einen Blick hinter die Fassaden unserer Metropolen. Sie diskutieren, warum die Stadt der Zukunft weit mehr ist als eine Ansammlung von Beton oder bepflanzten Hauswänden – sie ist ein komplexes Geflecht aus Mobilität, Miteinander und dem Drang nach individueller Freiheit.
In einer Zeit, in der über 75% der Menschen in Deutschland auf engstem Raum zusammenleben, stellt sich die drängende Frage nach der Teilhabe: Wie wird man den unterschiedlichen Bedürfnissen von Studierenden, Rentner*innen, Alteingesessenen und Zugezogenen gerecht? Dabei beleuchtet Berger, wie Kunst, Politik und Digitalität ineinandergreifen müssen, um das einstige Freiheitsversprechen der Stadt auch für kommende Generationen lebendig zu halten. Und es geht darum, wie digitale Daten dabe helfen, die Stadt zu einem besseren ort zu machen.
Hilke Berger bringt für diese Analyse eine fundierte Expertise mit. Als langjährige wissenschaftliche Leiterin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg und seit Ende 2025 als Leiterin für kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Kiel, arbeitet sie an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. Im Gespräch teilt sie ihre Erfahrungen mit Zukunftsszenarien und erklärt, warum echte urbane Innovation nur durch echte Beteiligung entstehen kann. Es geht um die Suche nach Lösungen für die Herausforderungen des Zusammenlebens in 30 oder 100 Jahren.
Dieses Gespräch ist im Herbst 2025 am Rande des Reeperbahn Festivals in Hamburg entstanden – als Teil unserer vierteiligen Reihe auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin.
Produktion und Redaktion: Jonas Ross
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00:00:01: Von Metropolis bis zum lustigen Taschenbuch, von Mark Twain bis Denly Kubrick.
00:00:08: Seit über hundert Jahren findet in Filmen Comics Büchern Videospielen im Kunst- und Popkultur eine Auseinandersetzung mit der Stadt der Zukunft statt.
00:00:19: Und irgendwo zwischen Dystopien und Utopien, zwischen Betonhöhlen und bepflanzten Hauswänden, zwischen fliegendem Autos Teleportern und der klassischen Straßenbahn wurde aus der Stadt der Zukunft die Stadt von heute.
00:00:43: Manche Visionen sind Realität geworden, einige noch heute Zukunftsmusik und wieder andere werden wohl für immer Fiktion bleiben.
00:00:52: Doch natürlich ist eines geblieben – Visionen und Fragen für die Stadt der ZUKUNFT haben wir auch heute!
00:01:00: Wie realistisch diese Visionen.
00:01:05: und um die Frage nach Lösung für die großen Fragen unseres Zusammenlebens.
00:01:10: Darum geht es jetzt, das ist der Republikast!
00:01:16: Mein Name ist Jonas Ross und in diesem Podcast spreche ich mit Menschen, die auf den vielen Bühnen im unzähligen Gesprächen – und mit ihrem Wissen und ihrer Meinung – auf der Republika, die Themen unserer Zeit verhandelt haben.
00:01:33: Diese Folge ist auf der republika Hamburg entstanden, im Rahmen des Reperbahnfestivals Ende.
00:01:49: Viele unserer deutschen Städte gibt es seit dem Mittelalter.
00:01:53: Stadtluft macht frei, hieß es damals – das geht zurück auf einen damaligen Rechtsgrundsatz.
00:01:59: Der besagte ein entfloner Leibeigner wurde nach einem Jahr und einem Tag in der Stadt zu einem Bewohner derselben Und er war von da an
00:02:11: frei.
00:02:12: Über die Jahrhunderte hat sich unser Verständnis von Freiheit verändert.
00:02:18: Im Jahrhundert waren sie geprägt von der Industrialisierung, der Verschmutzung von Flüssen krasser Armut und rasantem Wachstum.
00:02:26: Im Frühjahr sind Städte geprägt von den Weltkriegen – dem Wiederaufbau aus Schutt und Asche!
00:02:33: Und ihre Struktur später wird dann vor allem von einer deutschen Erfindung geprägnet… dem Auto.
00:02:40: Doch ob anders oder nicht?
00:02:42: Freiheit versprechen Städten auch heute noch.
00:02:45: Sie stehen etwa für Auswahl Mobilität, Verfügbarkeit zum Beispiel von Jobs für Miteinander und für Vernetzung.
00:02:54: Kein Wunder also dass mehr als seventy-fünf Prozent der Menschen in Deutschland in Städten leben auf engstem Raum nebeneinander übereinander beieinander kulturelle und religiöse Unterschiede Armut und Reichtum hier geboren oder zugezogen familienstudierende Rennen eine alles trifft hier aufeinander.
00:03:13: die Stadt ist ein Raum in dem es zur Begegnung kommt ein komplexes Gebilde aus Menschen, Gebäuden und Fahrzeugen.
00:03:20: Ein Konglomerat von Bedürfnissen, Wünschen, Möglichkeiten ... Und eine Zusammenstellung aus Arbeitsstätten, Kultureinrichtungen, Begegnungsorten und Heimaten.
00:03:31: Wie man all das analysiert!
00:03:35: Was das dann für die Zukunft bedeutet?
00:03:37: Das weiß sie.
00:03:39: Das hat ganz viel damit zu tun wie wir Zukunft ... Denken auch, also eher Zukunft wird so politisch entschieden.
00:03:48: Irgendjemand anders macht dann die Zukunft und nicht ... Zukunft ist eigentlich ein Werbentu-Wort weil Zukunft wird gemacht, die entsteht eben durchs
00:03:56: Tun.".
00:03:57: Das ist Hildge Berger!
00:04:00: Und ich beziehungsweise sie muss meine Vorrede korrigieren denn Städte haben keine Zukunft sondern natürlich ZUKÜNFTE.
00:04:08: Ich sag das deshalb im Plural und da geht es auch gleich schön los mit der Komplexität Weil es ja nicht diese eine Vorstellung von Zukunft gibt und auch nicht die eine Zukunft, die wahrscheinlich ist.
00:04:19: Sondern es gibt ja eine Vielzahl.
00:04:20: Hilke
00:04:21: Berger isst Stadtforscherin.
00:04:23: An der Schnittstelle von Kulturwissenschaften und Stadtplanung beschäftigt sie sich unter anderem mit Praktiken der Teilhabe Kunst, Politik und Digitalität.
00:04:33: Lange war sie als wissenschaftliche Leiterin des City Science Labs das twenty-fünfzehn an der Hafens City Universität in Hamburg gegründet wurde.
00:04:41: Hier werden unter anderem urbane Herausforderungen untersucht und Zukunftsszenarien für Städte entwickelt.
00:04:47: Seit twenty-fünfundzwanzig ist sie Leiterin für kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Kiel.
00:04:53: Und jetzt ist sie meine Interviewpartner!
00:04:55: Warum Paris immer grüner wird, gucken Hagen immer moderner und Madrid immer autofreier während deutsche Städten das irgendwie nicht so ganz hinkriegen?
00:05:04: Wie wir es hinkregen, moderne Technologien zu nutzen und was von Science-Wiktion eigentlich noch bleibt und welche Zukunft der Stadt wir in unserer Zeit noch erleben.
00:05:15: Das habe ich Sie gefragt, los geht's!
00:05:22: Dann würde ich sagen lieber Hicke herzlich willkommen im Republikast.
00:05:25: schön dass du da bist.
00:05:27: vielen herzlichen Dank für die Einladung.
00:05:28: Wir
00:05:29: haben es jetzt ja gerade im Intro schon so ein bisschen gehört das das womit du dich beschäftigst deine Tätigkeit dein Beruf wahnsinnig vielfältig klingt vielleicht auch nicht für jeden sofort greifbar.
00:05:41: deswegen die Frage an dich womit Beschäftigst du dich eigentlich so?
00:05:45: Ja, also ich bin Stadtforscherin und ich beschäftige mich tatsächlich vor allen Dingen momentan mit städtischen Zukunften.
00:05:54: Ich sage das deshalb im Plural- und da geht es auch gleich schon los mit der Komplexität weil es ja nicht diese eine Vorstellung von Zukunft gibt und auch nicht die eine Zukunft, die wahrscheinlich ist sondern es gibt ja eine Vielzahl und ich forsche ganz aktuell zu ubernen Wasserzukünften sicher Intelligenz.
00:06:16: Diese Vorstellungskraft, die wir alle in uns haben beeinflusst und auch reduziert.
00:06:21: Das ist aber nur ein Teil von meinem Forschungsfeld.
00:06:25: Ich habe mich ganz lange mit der Frage von Teilhabe an Stadtgestaltung beschäftigt also wie kann man überhaupt Menschen dazu befähigen gemeinsam statt zu gestalten?
00:06:38: Und da hat der Bogen zudem womit ich mich jetzt beschäftige mit der KI eigentlich schon gemacht weil mir geht es darum in meiner Forschung zu gucken Was braucht es für Bedingungen, damit Menschen gemeinsam Städte in denen sie selber ja leben und auch Leben wollen sollen gestalten können?
00:06:56: Und das Feld ist groß.
00:06:57: Aber ich bin Kulturwissenschaftlerin sprich Ich habe ein sehr... Spezifischen Blick darauf.
00:07:02: Also, wenn ich jetzt Mobilitäts-Expertin wäre oder ich würde mich mit einer Politikwissenschaftlerin oder so dann wär mein Forschungsfeld ein bisschen anders.
00:07:11: Mir geht es ganz viel tatsächlich um das Zusammenleben von Menschen und die Frage ja was eigentlich die Lebensqualität für uns alle ausmacht im städtischen Zusammenleben?
00:07:24: Genau!
00:07:25: Das wollen wir auch ein bisschen herausfinden erstmal was das ist und vielleicht doch wie diese zukünfte Aussehen.
00:07:31: Ich habe gelesen, dass du und die Menschen mit denen es zusammenarbeitest in der Prognose oder in der Visualisierung davon wie Städte aussehen können in der Zukunft auf urbane Daten zurückgreifen.
00:07:43: Kannst du erklären was urbane Datens sind?
00:07:46: Ja, also ich habe ganz lange im City Science Lab gearbeitet in Hamburg.
00:07:51: Das ist ein Ort an dem wir versuchen auf der Grundlage von ganz unterschiedlichen Datensätzen statt gemeinsam zu denken und eben auch zu gestalten.
00:08:01: Und urbane Daten sind bunter Blumenstrauß an ganz vielen unterschiedlichen datensätzen.
00:08:06: Also jede Stadt wenn man das jetzt mal so ein bisschen plakativ sagt produziert Unmengen an Daten, also von Mobilitätsinfrastruktur Daten, aber auch Sozialdaten.
00:08:20: von irgendwelchen Kriminalitätsstatistiken bis hin zu wie viel Kita-Plätze gibt es denn eigentlich?
00:08:28: In Hamburg gibt's sogar ein Baumkatastar, was sehr ausführlich ist.
00:08:31: Was erfasst wann welcher Baum gepflanzt ist, wie es ihm so geht.
00:08:36: auch das wäre jetzt in Bezug auf Hamburken urbaner Datensatz.
00:08:40: Sprich urbane Daten sind erstmal alle Daten die in der Stadt gesammelt und erfasst werden Und obwohl es da so viele urbanen Daten gibt, fehlen manche Daten in diesen Datensätzen.
00:08:51: Deswegen geht's mir häufig auch darum zu gucken okay oder nicht nur mir sondern meinen Kolleginnen gerade auch im City Science Lab welche Datensätze bräuchte.
00:08:59: ist denn um bestimmte Fragestellungen anders beantworten zu können?
00:09:04: Weil die zunehmende Digitalisierung von unserer Welt, die ist ja nicht allumfassend Und es gibt ganz viele Sachen, die sich schweren Daten übersetzen lassen.
00:09:16: Es gibt aber auch bestimmte Dinge, die einfach rausfallen weil sie vielleicht auf den ersten Blick nicht so interessant sind.
00:09:22: und das ist meistens das wo's für mich anfängt interessant zu werden.
00:09:27: Mir kommt dabei so einen Sinn dass Menschen ja durchaus auch bekannt sind oder dafür in Widersprüchen manchmal zu leben.
00:09:36: und wenn ich mir jetzt überlege man Analysiert diese Daten, man baut anhand dieser Daten vielleicht auch auf.
00:09:41: Wie kann man eine Stadt verbessern für die Menschen?
00:09:44: Die Lebensbedingungen verändern Kann es ja gut sein.
00:09:48: gerade wenn jetzt zum Beispiel auch stelle ich mir zumindest vor dass es ist KI-Modelle da ja wahrscheinlich stark behelfen und auch in der Planung bestimmt stark helfen Dass das manchmal gar nicht so sehr dem entspricht wie Menschen tatsächlich zusammenleben wollen.
00:10:01: also auch wenn die Daten das vielleicht hergeben Das gar nicht So ist wie ist dieses Zusammenspiel von da Daten, vielleicht sogar KI und dem tatsächlichen Bedürfnis was Menschen haben im Zusammenleben in einer Stadt.
00:10:14: Super wichtige und total zentrale Frage denke ich.
00:10:18: Ich hole mal so ein ganz bisschen aus um das zu beantworten.
00:10:22: Also mit diesen urbanen Daten meine ich jetzt in erster Linie eine Form von digitalisierten Daten und das sind in erst der Linie ganz häufig quantifizierbare Daten also alles was du quasi in Zahlen ab werden kannst.
00:10:38: Und so funktionieren ja auch momentan KI-Systeme, also jede Form von Vorhersagemodell was in der Stadtplanung mehr und mehr eingesetzt wird benutzt quasi einen quantifizierten Datensatz.
00:10:53: oder ja, quantifiziert Daten.
00:10:57: Die sind manchmal georeferenziert das bedeutet dass der lokale Standpunkt da drin abgerufen wird.
00:11:04: also wenn wir jetzt an so ein Baum denken dann wäre so einen Datensatz nicht nur wie groß viel breit wie alt was aber auch der sondern auch der steht zum Beispiel in der Stresemann Allee hundert und zwanzig beziehungsweise das ganze dann als so ein Geopunkt Und damit lässt sich schon ziemlich gutes und tolles Bild von so einer Stadt darstellen.
00:11:26: In ganz unterschiedlichen Arten, also sei das auf Karten in drei D-Modellen im virtuellen Raum auch in spielerischeren Anwendungen.
00:11:37: was bei dieser ganzen Datenwelt häufig unter den Tisch fällt sind die qualitativen Daten und das ist das, worauf du ansprichst.
00:11:48: Das ist quasi die soziale Miteinander.
00:11:50: Also wie lässt sich zum Beispiel dieses Gespräch was wir jetzt hier führen und aufzeichnen?
00:11:54: Dann hast Du einen Datensatz.
00:11:55: der ist in Text übersetzbar.
00:11:59: Er kann es so auslesen.
00:12:00: Wie lässt sich der jetzt wieder einspeisen?
00:12:01: Und wie lässt er sich übersetzen?
00:12:03: Wie kann ich dieses Gefühl?
00:12:04: z.B.,
00:12:05: Ich sitze dir hier gegenüber in einem semi-schrien Hotelraum also ist riesig war ich auch noch nie Reeperbahn und guck also auf den Reepern.
00:12:14: Total schöner, sonniger Nachmittag.
00:12:16: draußen ist ordentlich was los.
00:12:18: Das macht ja etwas mit der Atmosphäre.
00:12:20: Wie kann ich diese Gesprächsatmosphere denn aber irgendwie deutlich machen?
00:12:23: Den kann ich jetzt beschreiben, habe ich gemacht und übersetzt.
00:12:26: Aber das Gefühl, was das mit mir macht oder auch das Gefühl finde ich dich sympathisch, hab' ich Bock dir irgendwas zu erzählen.
00:12:33: Das kann ich gar nicht übersetzen so einfach.
00:12:36: Und das ist das, was für unser Soziales miteinander... extrem wichtig ist.
00:12:42: Sprich, wenn ich mir Städte angucke und städtisches Miteinander dann gibt es so ein Wort das heißt Aufenthaltsqualität.
00:12:50: Das ist schon der erste Versuch zu sagen okay aufenthaltes Qualität an einem Ort.
00:12:55: wenn ich den jetzt plane für die Zukunft was macht das denn aus?
00:12:58: Also wie fühlen Menschen sich wohl?
00:13:00: Wie kann ich meinetwegen öffentlichen Raum so gestalten dass er nicht zu einem Angstraum wird?
00:13:06: Und dazu braucht es ganz unterschiedliche Erfahrungswerte von Menschen und aber auch unterschiedliche Forschungsperspektiven.
00:13:14: Also wenn ich den öffentlichen Raum als Frau nachts um drei durchschreite, ist das was anderes, als wenn ich das irgendwie als weißer Mann tue oder als Kind oder als Seniorin usw.
00:13:29: Aufenthaltsqualität versucht man in der städtischen Planung natürlich möglichst für alle Bevölkerungsgruppen herzustellen und dann gibt es unterschiedliche Dinge, die man da berücksichtigen kann.
00:13:41: Und die führen im Best Case dazu, dass auch dieses soziale Miteinander anders gestärkt wird.
00:13:46: Also wenn es ein Ort ist der so gestaltet ist das zum Beispiel die Beleuchtung passt, dass da niemand Angst haben muss, dass man sich irgendwie nicht verfolgt und beobachtet fühlt weil dieser Ort so gestaltet ist, ist schon mal ziemlich gut.
00:13:59: Wenn's zusätzlich vielleicht auch noch verkehrsberuhigte Zonen gibt also autofrei, wenn es genug Grünen gibt, wenn's genug Bänke gibt auf denen man sich hinsetzen machen oder miteinander quatschen kann, solche Dinge.
00:14:12: Das sind alles Sachen die zu dieser Aufenthaltsqualität führen.
00:14:16: Sprich dieser Sozialraum wie man den gestaltet und erlebt der hat ganz viel mit Daten zu tun die nicht unbedingt quantifizierbar sind.
00:14:26: Und das ist eine ganz schöne Herausforderung.
00:14:29: Ja das glaube ich.
00:14:30: Ich stelle mir auch vor dass es ja auch wenn man jetzt versucht dann die Analyse sowohl der qualitativen als auch der quantitativen Daten umzusetzen in etwas, in einem Projekt innerhalb der Stadt, um vielleicht diese Lebensqualität zu steigern.
00:14:45: Dann frage ich mich ja, ändern sich nicht diese qualitatifen Daten auch regelmäßig?
00:14:49: Weil ... Ich glaube man kann sagen ein Großteil deutscher Städte, die es schon lange gibt ist vielleicht ausgelegt und der Vormisier heute sind auf Autoverkehrs ausgelegt, Ein klares Geschlechtermodell, ein klares Familienmodell ist ausgelegt auf eine nicht digitale Welt.
00:15:07: Es ist ausgelegt auf einem bestimmten Anspruch auf Wohnraum und wie auch immer so Dinge die sich vielleicht auch rasant verändern.
00:15:13: jetzt ist doch aber so.
00:15:14: wenn man Anpassung vornehmen möchte in dieser Lebensqualität braucht das ja Zeit das sind ja Eingriffe.
00:15:20: also ändern sich die qualitativen Daten oder sind die Ansprüche die Menschen an einen qualitativeren Lebensraum haben so ein bisschen dieselben geblieben wie früher?
00:15:30: Ja, also ich glaube es gibt etwas in uns Menschen was immer bleiben wird und das ist Sozialität die wir alle brauchen.
00:15:39: Also wir brauchen Begegnungsräume.
00:15:41: Wir brauchen irgendwie Räume in denen man nicht einfach nur anonym aneinander vorbeilatscht.
00:15:45: Die braucht's auch in der Stadt aber es braucht doch die Möglichkeit sich wirklich zu begegnen.
00:15:50: Es braucht Freiräume, es braucht irgendwie Gestaltungsmöglichkeiten in der Das ist, glaube ich, was sich nie verändern wird.
00:16:00: Weil das in uns Menschen drin ist.
00:16:02: Also diese Frage nach Kontakt miteinander – das hat man während Corona ganz schön sehen können wie wesentlich das ist.
00:16:10: Es hat etwas mit Menschsein zu tun und ich glaube dass egal von welchen Trends man so spricht und egal auch wie sich unser Alltag verändert wird, auch Mobilitätsformen die sich radikal verändern werden dieses Bedürfnis Zwischenmenschlichkeit nach Miteinander sein.
00:16:29: Das wird sich, glaube ich nicht ändern weil das was ist was ganz ganz tief mit unserem wer wir als menschen eigentlich sind verbunden Es dass es das eine und trotzdem das hast du ja gerade schon angesprochen ist natürlich diese frage wann entscheide Ich wie ich bestimmte räume planer wie ich mobilitätskonzepte entwerfe und Wann werden die tatsächlich umgesetzt?
00:16:52: Ist ein gap auf jeden Fall und das ist eine ganz große Herausforderung.
00:16:57: Und deswegen braucht es Visionskraft- und Imaginationsfähigkeit, weil diese Zukunft über die es hierher geht gerade, die entstehen ja nicht einfach nur so... Also es ist ja nicht so dass einfach Zukunft irgendwie eintritt sondern das haben wir jetzt auch lange erlebt wenn man sich mit dem Status Quot zufrieden gibt Dann bleibt der Status quo, aber die Welt verändert sich und dann ist der Status Quo irgendwann nicht mehr der in dem man weiterhin leben möchte.
00:17:25: Das heißt, man muss irgendwie die Weitsicht entwickeln gerade auch auf einer politischen oder auch auf eine steilplanerische Ebene zu gucken wo wollen wir denn hin?
00:17:36: Und diese Frage – Wo Wollen Wir Denn Hin?
00:17:40: glaube ich, nur gemeinsam beantworten können.
00:17:42: Weil wenn nur wenige Menschen diese Frage beantwortet und das politisch umgesetzt wird dann werden auch nur wenigen Menschen genau diese Zukunft als Lebensqualität empfinden.
00:17:53: Das ist das was momentan als große Gefahr sehen.
00:17:57: da geht es jetzt gleich um die ganz großen demokratischen Gefährdungen.
00:18:00: das fass will ich gar nicht so groß aufmachen aber in der Stadt ist das fast nichts zu vermeiden weil es da immer um das Aushandeln von Interessen geht.
00:18:08: Und da geht es dann auch um so Sachen wie okay, demografische Entwicklung.
00:18:12: Es entsteht ein Unterschiedlich.
00:18:15: in Viertel X gibt's mal nicht wegen einer Prognostik dass so und zu viele Kinder viel mehr Kinder geboren werden oder ganz viel Zuwanderung stattfindet.
00:18:21: sprich wir brauchen mehr Kitas.
00:18:23: Dann gibt das aber vielleicht auch einen großen Prozentsatz in der Bevölkerung.
00:18:27: die sagen auch zu recht gut, aber wir haben hier ein Schwimmbad und wir müssen alle ja auch schwimmen.
00:18:32: Und das ist irgendwie total wichtiger Raum.
00:18:34: Dann gibt es Sozialstatistiken die sagen okay wir brauchen den ganz dringenden Krankenhaus also dass wird kommen Freunde wir brauchen das in fünf sechs Jahren auf jeden Fall.
00:18:44: Und dann gibt es noch die Klimaaktivistinnen im Viertel die sagen hey wenn wir jetzt nicht diese Fläche entsiegeln und da einen kleinen Park drauf setzen, dann haben wir hier eine Hitzeinsel.
00:18:54: Und das sind alles sehr berechtigte Zukunftsvisionen und Wünsche.
00:19:00: Und dann ist genau diese Frage, wie handelt man diese Interessen aus?
00:19:06: Welche Idee von zukünftem Gewinn am Ende?
00:19:10: Und welche ist die, die wünschenswerter ist?
00:19:13: Das Auszuhandeln ist so ein bisschen ... glaube ich, nenne ich ein bisschen, dass es genau die Frage mit welchen Methoden, mit was für Tools, mit welcher Akteuren müssen diese Verhandlungen stattfinden.
00:19:27: Ja, die Dimensionen, die du ansprichst sind zwar groß aber sie sind natürlich schon das auch was städtisches Leben ja im Endeffekt auch ausmacht also Servin Brennglas für alle gesellschaftlichen Probleme die wir haben.
00:19:40: phenotypisch treten die halt auf in der Stadt also an einer Stelle wo nicht so viele Menschen aufeinander leben sind sie da aber vielleicht nicht so sehr und so häufig beobachbar.
00:19:49: und gleichzeitig ist es jetzt zum Beispiel so Es gibt ja auch Studien, die sagen städtisches Leben.
00:19:54: Also der Kontakt mit Menschen... ...der Kontakt mit anderen Menschen, der Kontakt in einer Einwanderungsgesellschaften... ...den Kontakt mit den Menschen anderer politischer Bezeugungen oder wie auch immer führt ja dazu,... ...dass beispielsweise extremer politische Kräfte in Städten einfach nie so grassieren, wie sie es woanders tun.
00:20:14: und das plus was du vorhin erzählst führt mich sehr zum Dritten Ort, ich liebe dieses Wort.
00:20:19: Ich weiß nicht warum dritte Ort?
00:20:20: Ich finde es so toll!
00:20:20: Also erster Ort zu Hause, zweiter Ort, Uni oder Arbeit glaube ich und der dritte dort das wo man sich begegnet also der Ort eigentlich wo all diese Dinge entstehen also wo Menschen aufeinander treffen wo man seine Freizeit gestalten kann ob das jetzt der Park ist ein Kulturhaus was auch immer Kannst du sagen weil du dich ja auch sehr intensiv oder die Schnittstelle bildest zum kulturwissenschaftlichen Blick wie's um den dritten Ort steht in Städten
00:20:51: Also... Ich fange mal noch einen Schritt zurück an, weil du hast das so ein bisschen beschrieben.
00:20:55: Diese Fremdheitserfahrung die wir in Städten haben führt zu einer größeren Resilienz.
00:21:00: da gibt es ganz viel Studien zu also die Eigenschaft von uns Menschen Veränderungen zu akzeptieren keine Ängste zu entwickeln fremden gegenüber und so weiter.
00:21:10: Das hat viel damit zu tun wie wir entstehen dieser diesen permanenten Viel viel stimmig viel Schichtigkeits Effekt ausgesetzt sind.
00:21:22: Da kann man irgendwie zu Max Weber und Georg Simmel zur Stadtforschung irgendwie schon zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts zurückgucken.
00:21:29: Und das ist was, was Städte glaube ich so lebenswert machen für ganz viele Menschen.
00:21:33: Weil diese Diversität die wir uns wünschen im Bestcase da so gelebt wird dass sich alle irgendwie da wohl miteinander fühlen soll.
00:21:40: ne?
00:21:40: Das ist das eine.
00:21:43: Das andere was du angesprochen hast, diese dritte Orte die überhaupt diese Fremdeinserfahrung ermöglichen
00:21:49: und wie... Es ist auch ein schönes Wort in der Fremdtheitserfahrungen.
00:21:53: Vor allem wenn es vor allem wenn man es so schön positiv empfinden kann.
00:21:55: Ja total!
00:21:57: Also Dritte Orte sind ja erst mal Orte, in denen es keinen Konsumzwang gibt.
00:22:02: Die öffentlich zugänglich sind und die genau so wie du beschrieben hast sich zwischen Arbeits- und Privatleben stattfinden oder auffalten.
00:22:12: Und das sind eben öffentliche Orte eher einen bestimmten Freiraum zulassen.
00:22:17: Ich glaube, deswegen findest du dir auch so ein bisschen funky und cool weil die nämlich nicht so festgeschrieben sind.
00:22:22: da ist nicht eingeschrieben was da passiert wenn du nach Hause gehst es ziemlich klar was du da so machst also zumindest dir wahrscheinlich.
00:22:30: Das Gleiche gilt für deinen Job.
00:22:31: Aber diese dritten Orte, die eröffnen so einen Möglichkeitenraum – das ist aus einem Buzzword, was ganz schön durchgelutscht wurde in den letzten Jahren und überstrapaziert – aber ich glaube es ist trotzdem richtig.
00:22:44: Diese Möglichkeitenräume sind etwas, was wir als Gesellschaft zu dringend brauchen.
00:22:49: Das ist das, was ich versucht habe Eingangs ein bisschen zu beschreiben, was in diesem Terminus Dritter Raum oder Dritter Ort ganz gut Ja, zusammengefasst wird.
00:23:02: Und es gibt ganz viele coole und tolle Initiativen die versuchen Institutionen, die wir haben öffentliche Institution wieder ganz massiv als dritte Räume zu etablieren.
00:23:12: also zum Beispiel die Hamburger Bücherhallen sind so ein Ort Die sich ganz stark an diesem Beispiel von großen Bibliotheken die diese fungieren Also das Odin
00:23:23: z.B.,
00:23:24: in Helsinki oder in Ahus öffentliche Bibliotheken eigentlich, die aber inzwischen viel mehr sind als nur eine Bibliothek.
00:23:34: Sondern diese Begegnungsräume sind.
00:23:36: also da kannst du irgendwie keine Ahnung gibt's Gaming Stations.
00:23:39: Du kannst einfach nur dein eigenes Picnic mitbringen und dich mit Freunden treffen.
00:23:44: Du kannst keine Ahnung da mit deinen Kindern spielen gehen.
00:23:47: Es sind alles Orte, die öffentliche Orte sind weil Bibliotik erstmal per se ein öffentlicher Ort ist und die versuchen das anders zu bespielen.
00:23:56: Und das gleiche gilt eigentlich für viele unserer Öffene.
00:23:59: Also was wie Museum, Theater.
00:24:02: Und es gibt einen großen Umschwung im Nachdenken über diese städtischen Infrastrukturen und wie wir die eigentlich nutzen können sollten damit sie möglichst vielen Menschen zur Verfügung steht.
00:24:15: Kulturstiftung des Bundes hat zum Beispiel gerade ein großes Programm aufgesetzt.
00:24:19: das heißt Übermorgen und da geht es um die Zukunft von genau diesen Institutionen und um Diese kulturellen Institutionen in dem Fall vor allen Dingen neu denken, damit sie nicht in Zukunft abgeschafft werden.
00:24:38: Weil da nur die elitäre Bubble hingeht wenn überhaupt oder ein graues Lockenmäher irgendwie vorherrscht und alle anderen zu Hause Netflix auf der Couch gucken Und ich glaube dieses Neudenken, Umdenken und aber auch wieder sich erinnern daran was für ein unglaublicher Schatz wir als Stadtgesellschaft haben mit diesen öffentlichen Orten die dritte Orte sein könnte.
00:25:00: Ich glaube das sich daran zu erinnernden und das ernstzunehmen dass es etwas was in Zukunft hoffentlich mehr wird.
00:25:07: Das klingt so ein bisschen als ob man ja eigentlich reagieren müsste auf einen bestehendes Konstrukt.
00:25:15: also man muss ja eingreifen sich immer verändern ist, aber ja so in sich bestehendes Konstrukt mit seinen Straßen und Häusern.
00:25:21: Und seine Verfügbarkeit von Wohnraumen.
00:25:24: Da muss man ja immer ergänzen, anpassen... Da frage ich mich ... Ist es da überhaupt möglich große Würfe zu machen?
00:25:31: Sich zu erinnern an eine große Vorstellung von etwas?
00:25:34: Also fehlt bei all den Herausforderungen der sind dann nicht so ein bisschen der Raum für eine Utopie einer Stadt?
00:25:40: Also für ne Stadt der Zukunft sich vorzustellen?
00:25:42: Weil im meinem Kopf ist ne Stadt die Zukunft Manchmal so, wie sie halt in einem Science-Vision-Film ist.
00:25:48: Und dann denke ich gut da reden wir jetzt vielleicht.
00:25:50: also das ist in hundert Jahren, dass es dann wie zwei tausend einhundert ist jetzt schon näher als die Filme, die zweitausend Einhundert mal vorgestellt haben als das Jahr, indem wir durch die Luft fliegen oder alles grün sind.
00:26:02: Also Die Vorstellung von der perfekten Stadt hat sich verändert und dadurch, dass die Herausforderungen so groß sind man inzwischen auch besser versteht was die Herausforderung sind Frage ich mich so ein bisschen ob dann nicht der Raum für eine Utopie fehlt.
00:26:16: Ich glaube, es ist beides.
00:26:17: Also das was du jetzt angesprochen hast mit den Science-Fiction Visionen vielleicht so keine Ahnung kann man bei Metropolis anfangen diesem berühmten Film von Fritz Lang irgendwie schwarz weiß.
00:26:30: die Bilder kommen wahrscheinlich bei einigen Zuhörenden in den Kopf.
00:26:33: Da gab es diese großen Straßen fliegende Autos war da alles schon da an und das ist wirklich jetzt hundert Jahre her.
00:26:41: Es gibt aber auch so Filme wie Blade Runner Wo es Szenen gibt, wo auf riesigen Leinwänden Filme laufen und so weiter.
00:26:49: Das gab's damals nicht.
00:26:50: Es gibt heute alles.
00:26:51: Also es gibt ganz viele... Ich könnte jetzt weitermachen und die so eine filmwissenschaftliche Analyse hier rein gießen.
00:26:58: Das mache ich nicht aber... Warum
00:26:59: nicht?
00:27:00: Ist ja auch interessant!
00:27:01: Super!
00:27:02: Ja, aber ich glaube ist ein bisschen fass ohne Brunnen.
00:27:04: Wahrscheinlich nicht!
00:27:05: Es gibt natürlich zig Science-Fiction Visionen, die tatsächlich inzwischen Realität geworden sind.
00:27:11: Und das ist im Punkt den ich extrem wichtig finde.
00:27:14: Das sind, genau wie du sagst, radikale Vorstellungen gewesen.
00:27:17: Vielleicht noch nicht mal eine Utopie sondern einfach nur eine Idee davon, wie Zukunft aussehen kann und es geht am Ende um Storytelling.
00:27:26: Wenn man gute Storyteling macht und diese Geschichten von Zukunft gut erzählt und viele Menschen davon überzeugt dass das ne gute Idee ist dann werden zukünfte irgendwann real, weil wie gesagt das nichts ist was einfach passiert sondern es ist etwas was wir uns ausdenken auf eine bestimmte Ebene.
00:27:45: Keine Ahnung Elon Musk hat angefangen damit zu behaupten es gäbe autonome Autos gab's damals noch gar nicht hatte er einfach oft genug behauptet hatte dann leider auch politisch die Wirkmächtigkeit, all diese Dinge irgendwie umzusetzen.
00:27:57: Sprich es gibt diesen Raum für zu Utopien, gibt das nach wie vor den gibt's in der Kunst und in der Politik.
00:28:03: Der muss nur anders gemeinschaftlich genutzt werden und es braucht eher die Einsicht da rein Dass das nicht einfach nur irgendwelche Visionen sind.
00:28:14: Ja, Hamburg Helmut Schmidt hat glaube ich gesagt oder ihm wird das Zitat zugeschrieben.
00:28:18: Wer Visionen hat soll zum Arzt
00:28:19: werden?
00:28:20: Finde ich komplett Banane!
00:28:21: Warum sollte man da zum Arz gehen und sagen also kommt auf die Vision drauf an.
00:28:24: aber erst mal herzlichen Glückwunsch.
00:28:26: du hast irgendeine Idee wie unsere Zukunft aussehen kann.
00:28:29: und gerade weil das so lange dauert... Also wir reden jetzt ja nicht darüber eine Stadt wie The Line zu entwerfen irgendwo in der Wüste finde ich eher eine Dystopie als eine Utopie, sondern wie man in bestehende Städte die über Jahrhunderte gewachsen sind Veränderungen reinbringen kann.
00:28:47: Und an der Stelle braucht es Vorstellungskraft Es braucht radikale Imagination und dann braucht es auch den politischen Wellen das umzusetzen.
00:28:58: Ein Beispiel, Paris war ich neulich zum ersten Mal seit ich glaube zwanzig Jahren oder so.
00:29:03: Ich dachte, ich bin in einer völlig anderen Stadt.
00:29:06: Es hatte nichts mehr mit dem Paris-Gefühl zu tun das ich damals hatte was sehr viel von Hassel und Bassel und irgendwie eher Stress begleitet war weil das inzwischen eine wunderschöne Fahrradstadt ist an der man sich so toll bewegen kann mit ganz viel Aufenthaltsqualität überall.
00:29:22: Das liegt daran, dass die Bürgermeisterin von Paris diese Vision hatte, Paris autofreizumachen zu großen Teilen und das einfach radikal umgesetzt hat.
00:29:30: Das war eine Form der Utopie.
00:29:32: da haben sich – weil es nicht viel viele Menschen aber viele Menschen gesagt – auf gar keinen Fall.
00:29:38: Es ist nicht so einfach umzusetzen in Deutschland... Es ist viel, viel schwieriger als in anderen europäischen Ländern, glaube ich.
00:29:47: Das liegt jetzt wieder daran ... Als Kulturwissenschaftlerin, wenn ich mir das so angucke hat es viel mit unserer Identität zu tun die in Deutschland viel am Auto hängt.
00:29:54: um jetzt mal beim Beispiel Fahrrad zu bleiben Ich bin überhaupt keine Mobilitäts-Expertin aber da gibt's zum Beispiel ein Riesengeb zwischen dem was die Menschen für den Gefühl haben.
00:30:07: Deutsch sein bedeutet auf so einer ganz doofen Ebene und dazu gehört tatsächlich zum einen dieser Faktor.
00:30:15: Autoindustrie, Automobilindustrie.
00:30:17: Aber auch Autofahren, Autostadt
00:30:19: usw.,
00:30:20: das hat alles ganz viel damit zu tun.
00:30:22: und wenn man jetzt einfach sagt okay wir machen jetzt hier eine autofreie Stadt und alles wird schön und grün dann ist es mehr als nur die Angst davor sein Auto abgeben zu müssen sondern es greift den Menschen glaube ich viel und wahrscheinlich auch viel unterbewusst in diesem Gefühl von Identifikationen, Identität usw.
00:30:41: Und das muss mal mitdenken und diesen Raum Utopien mutig zu entwickeln und zu äußern.
00:30:48: Den gibt es, glaube ich nicht weniger sondern den gibt es eigentlich mehr aber der wird nicht so ernst genommen Und ich glaub das müssen wir ganz dringend ändern.
00:30:59: Ist aber gleichzeitig auch eine Art von Zukunftsversprechen.
00:31:04: also Ich finde erst mal interessant dass ja Paris ist ja nur ein Beispiel also Madrid Oslo Stockhorn mich verkürzlich letztes Jahr zweimal in Kopenhagen.
00:31:15: Ich weiß nicht, ob es eine Stadt gibt in der Nähe von Hamburg, die so eine Aufenthaltsqualität hat an so vielen Orten.
00:31:22: Man sitzt dann irgendwie und denkt zu äh... Die Bau alle europäischen Metropolen werden geradezu so statt Utopien?
00:31:27: Und man sitzt in so deutschen Städten und denkt sich ah ich wusste gar nicht dass es diesen Laden noch gibt seit vierzig Jahren, der in der Einkaufsstraße ist und warum musste der Bahnhof zugemacht werden?
00:31:36: und all diese Dinge.
00:31:37: also tatsächlich scheint da ja irgendwas zu sein was uns unmöglich macht einen großen Wurf zu landen.
00:31:44: Ja, ich glaube es sind mehrere Faktoren.
00:31:46: Das eine ist unser föderalistisches System was uns dann nicht unbedingt in die Hände spielt.
00:31:51: also es gibt eine andere Gestaltungskultur.
00:31:54: auch gerade in Skandinavien gibt's viel mehr Rückhalt für politische Entscheidungen in diesen ganzen Richtungen.
00:32:01: Dänemark-Habenfahrradstadt da hat Hamburg sich ganz viel von abgeguckt und das hier umzusetzen war ein unglaublich langsamer Drüger Prozess und also ich bin selber Fahrradfahrerin.
00:32:12: Ich würde sagen, dass noch sehr viel Luft nach oben.
00:32:15: Das dauert hier einfach alles länger als es ist Behebiger.
00:32:18: Es ist irgendwie gebunden an viel mehr Vorschriften und klein klein.
00:32:23: Und dann muss man einfach auch sagen wir müssen ein bisschen gucken welche Parteien man da so wählt weil in Berlin zum Beispiel gab es Riesenaufbrüche Richtung autofrei bzw.
00:32:34: so Fahrrad, Autobahn
00:32:35: usw.,
00:32:36: Sprüptivupp alles wieder rückgerollt.
00:32:40: also ich bin sehr optimistischer Mensch.
00:32:42: deswegen glaube ich nach wie vor daran dass das möglich ist.
00:32:46: aber die Frustration darüber wie langsam das hier im Vergleich zu anderen europäischen Städten vonstatten geht die teile ich.
00:32:53: und gerade auch in in so einer Stadt wie Hamburg wo es eigentlich eine stabile politische Basis gibt finde ich passiert viel zu wenig an diesen Aushandlungsprozessen über die ich vorhin geredet habe, die wir sehr ernst nehmen hier.
00:33:07: Also ich glaube wie sind als Gesellschaft insgesamt und auch als Stadtgesellschaft in dem Fall in Hamburg schon durchaus sehr trainiert darin so Beteiligungsprozesse zu gestalten und das auch auszuhandeln und auszuhalten?
00:33:23: Aber es gibt einfach viel, dass das du vorhin schon angedeutet so Zukunftsversprechen, die dann nicht eingelöst werden.
00:33:30: Und das führt zur totaler Frustration und dann haben die Leute auch kein Bock mehr ihre Ideen über städtische Zukunft zu teilen.
00:33:38: Und dann wird's auch irgendwann so boring.
00:33:39: also wenn die einzige Idee ist wie wir irgendwie in Zukunft vielleicht klarkommen ausschließlich Fahrradstädte sind, dann ist das einfach auch zu wenig.
00:33:48: Ja
00:33:50: wahrscheinlich!
00:33:53: Was ich mir so gedacht habe ist, dass sich ja vielleicht ist das auch eine Frage des mal über Berlin hinaus.
00:34:00: Das kulturellen Backlash allgemein aber da sicher auch die Vorstellung von oder der Anspruch an die Zukunft verändert hat.
00:34:07: also du hast jetzt wenn wir diese Science-Wiktion Beispiele gesprochen.
00:34:12: klar gab es da immer Dystopien aber vom Gefühl her Popkultur oder Literatur oder Kultur allgemein, was die Vorstellung von einer Stadt der Zukunft angeht mehr und mehr in eine dystopische Richtung gedriftet.
00:34:26: Also dass die Vorstellungen, die wir haben von Stadt mehr und immer dystopisch geworden sind.
00:34:31: Interessanterweise würde ich jetzt auch sagen das ist die Dinge, die man mal als Utopie bezeichnet hat irgendwie so Glaskästen oder so Raumschiffe, die irgendwie durch die Stadt fliegen mittlerweile auch eher als Dystopie wahrgenommen werden.
00:34:42: Aber vom Gefühl her ist die Vorstellung von der Stadt, wie sie sein könnte und wie sie wahrscheinlich sein wird in einer Vorstellung vielen... Ist da so ein krasser Gap?
00:34:52: Und ich weiß nicht, ob das nur meine Wahrnehmung ist aber vom Gefühl hier überwiegt dann manchmal die Vorstellungen es wird eh alles so.
00:34:59: Es bleibt eine Betonhölle und Hamburg ist ja vielleicht auch nicht das optimalste Beispiel weil es so viele grüne Zonen gibt und weil es in vielen Fällen hoher Lebensqualität gibt.
00:35:08: absolute Betonhöhlen und absoluten Innenstädte, die so wenig beweglich sind im ihrem Umbau.
00:35:14: Dass man sich gar nicht vorstellen mag wie das sein kann.
00:35:17: also Wie kriegt man denn jetzt eine Stadt grüner?
00:35:19: Wie kriecht man es hin dass ne Utopie wieder eher in das Feld rückt des Sichtbaren als diese Dystopie?
00:35:28: Ja das ist auch Leider so eine komplexe Frage.
00:35:32: Das Eine ist, glaube ich, dieses grundsätzliche Gefühl von es gibt viel mehr Dystopien.
00:35:38: das hat natürlich ganz viel mit dem Zeitgeist zu tun und mit dem Momentum in dem wir uns gerade befinden indem einfach viele Sachen am Horizont ziemlich düster aussehen und dann ist es schwer, eine utopische Vorstellung von Zukunft zu entwickeln.
00:35:54: Wenn einfach klar ist durch die klimatischen Veränderungen, durch die politischen Umwälzungen, diese ganzen Situationen in denen wir uns momentan alle befinden, entsteht nicht so viel positive Lust auf Zukunftsgestaltung sondern die Menschen neigen dazu in solchen Zeiten eher in Angst zu verharren.
00:36:19: Dabei ist natürlich gerade jetzt maximal wichtig, genau diesen ganzen Zukunftsentwürfen was entgegenzusetzen weil das sind alles Dinge die noch nicht eingetreten sind.
00:36:29: Natürlich wird die Klimakrise es da, die klimatischen Veränderungen werden eintreten aber dass wird in Zukunft gestehen.
00:36:35: sprich wir haben jetzt noch die Möglichkeit Visionen so entwickeln die immer noch eine Lebensqualität ermöglichen.
00:36:42: Es ist seit Jahrzehnten klar, was wir machen müssen – wir kriegen es nur nicht auf Kette!
00:36:45: Das ist das große Problem und ich glaube dieses Frustrationsmoment ist das Entscheidende, was dazu führt dass die Menschen eben keine Alternativen zukünfte, keine Counter-Futures entwickeln, dem was entgegensetzen.
00:37:00: Und ich glaube, das hat ganz viel damit zu tun wie Zukunft denken auch, also eben eher Zukunft wird so politisch entschieden.
00:37:11: Irgendjemand anders macht dann die Zukunft und nicht ... Zukunft ist eigentlich ein Werbentu-Wort weil Zukunft wird gemacht, die entsteht durchs Tun Und das hat jetzt was mit einem psychologischen Faktor zu tun der heißt Selbstwirksamkeit.
00:37:27: Ich bin ganz fest davon überzeugt dass Menschen die spüren dass das was sie tun Einfluss hat Sowohl auf die Gegenwart als auch auf ihre Zukunft, viel mehr Bock haben zukünftig zu gestalten.
00:37:40: Visionen Utopien zu entwickeln und vor allen Dingen auch einen Zutrauen darin haben dass das umsetzbar
00:37:47: ist.
00:37:47: ich gebe dir ein Beispiel damit es nicht auf Sonameterblase hängen bleibt gibt in Hamburg einen großen Zusammenschluss der heißt Lokalkraft.
00:37:56: Das sind Initiativen erst mal kleinere Dinge machen, die aber in genau diesem Wort Lokalkraft eine wahnsinnige Wirkmächtigkeit entfalten können.
00:38:08: Und die haben gerade jüngst hier in Hamburg ein großes Projekt angeschoben zusammen mit dem City Science Lab – da geht es um Flächenentsiegelung, das heißt Abflastern.
00:38:19: und eigentlich ist es eine kleine Idee, die auf der Tatsache basiert, dass wir entziegeln müssen.
00:38:25: Wir müssen einfach in unseren Städten diese ganzen Betonwüsten aufkloppen, den Asphalt aufbrechen mehr Bäume pflanzen.
00:38:30: dann hätten wir automatisch weniger Probleme mit Hitze und wir hätten durch mehr Begrünung das nicht nur die Hitze reguliert sondern tatsächlich auch für starkregen Ereignisse usw.
00:38:42: ganz andere Form von der Zukunft grün und sicherer wird.
00:38:48: Und das kann eigentlich jeder selber machen.
00:38:50: Also dieses Abflastern ist was, wo man sagen kann okay es gibt hier irgendwie ein Space den könnten wir easy abflasst dann lass doch mal machen.
00:38:57: und wir haben mit dem City Science Lab unseren Projekt.
00:39:00: was wir da haben Connected Twin heißt dass im Projekt aufgesetzt das basiert auf so einer digitalen Beteiligungs Software die heißt D-Pass und dieses Projekt heisst beteilige Mee Und da geht es darum, einfach nur Flächen vorzuschlagen.
00:39:15: Erst mal zu sagen hier könnten wir total gut abflastern und dieses Wissen zu teilen und sich zu treffen führt dann auf mehreren Ebenen zu einem ziemlichen Erfolg weil zum einen hast du wieder ein Begegnungsraum Du triffst dich mit anderen Menschen, du spürst dass deine eigenen Handlungen eine Wirkmächtigkeit entfalten und du hast die Möglichkeit im eigenen Tum diese Wirkmächtigkeit nicht nur zu erfahren, sondern auch eine Zukunft mitzugestalten.
00:39:40: Indem du was verändert hast, was in Zukunft eine Rolle spielen wird.
00:39:44: und ich glaube von solchen Erfahrungsräumen durch solche Projekte können wir als Gesellschaft nur profitieren und davon bräuchte es viel mehr.
00:39:53: Und dann sind wir wieder beim Thema Storytelling und Digital, KI und alles was da so dran hängt.
00:39:59: Weil wir müssten dem viel mehr Raum geben.
00:40:01: Wir brauchen andere Formen von Zukunftserzählungen.
00:40:07: Super spannend weil du auch total gut meine nächsten Frage schon vorheggenommen hast das wie man sich eigentlich aktiv daran beteiligen kann seine Stadt zu formen und auch sein Umwelt zu forme.
00:40:21: Es gibt ja ganz offensichtliche Unterschiede zwischen dem Leben auf dem Land und dem Leben in der Stadt.
00:40:26: Viele Faktoren haben sich da seit tausend Jahren wahrscheinlich nicht verändert, ganz viele Faktore sind durch eine moderne Gesellschaft dazugekommen aber... Wahrscheinlich ist es schon so dass man auch in einer kleineren Gesellschaft auf der ländlichen Gebiet kann man mehr tun um sein Umfeld zu formen.
00:40:39: also sei das jetzt im Hausbau oder was man irgendwie auf freien Flächen um sich herumtut bei der Stadt hat man ja vielleicht mal das Gefühl, ich kann gar nicht so viel tun um diese Umwelt zu formen.
00:40:50: Es gibt andere Beispiele wie als Stadtbewohnerin in der Lage ist seine Umwelt zu Formen teilzuwerden von einer Vision und weil.
00:41:02: irgendwann müssen alle Zukunft zusammenkommen und eine ergeben.
00:41:05: die wird zwar nicht festgelegt und dann wird sie gemacht sondern es ist wahrscheinlich ein Prozess der sich immer wieder entwickelt und passt mir das an.
00:41:11: aber Wie kann ich sozusagen als Stadt-Bewohnerinnen dazu beitragen?
00:41:16: meine Stadt, zur Stadt der Zukunft
00:41:18: zu machen.
00:41:21: Also ich glaube man kann das über ganz unterschiedliche Interessens geleitete Aktionen tun.
00:41:28: Man kann das bei sich im Kleinen machen.
00:41:33: Ich gebe dir mal ein persönliches Beispiel.
00:41:36: Wir wohnen direkt gegenüber von der Schule, auf die auch meine Kinder gehen und da wurde ... Es gab eine Diversitäts- AG in der Schule die angeregt haben an, ich weiß gar nicht mehr ob es der Christopher Street Day war oder einen anderen Tag, in dem ist ganz viel um Diversität gehen sollte diese Diversitetsflage zu hissen.
00:41:56: Und das hat die Schule gemacht weil es eine tolle Schule ist.
00:41:59: Die wurde nachts abgerissen und verbrannt.
00:42:02: Das war ein Riesen-Shock sowohl für die Schülerin als auch für sehr viele andere Menschen, die das mitgekriegt haben.
00:42:07: Die Schule hat ganz toll reagiert und hat sie dann mit einem richtigen großen Zeremonie begleitet wieder aufgehängt, sich richtig reingehängt beraten lassen – ich fand es irgendwie super!
00:42:17: Und weil wir direkt gegenüber wohnen, habe ich diese Flaggen in Klein gekauft.
00:42:22: Wir haben alle Balkone, die auf dieser Seite der Schule zeigen und hab einfach die Nachbarschaft eingeladen quasi zu zeigen, dass die Schülerinnen damit nicht alleine sind.
00:42:34: Wir haben alle diese kleinen Fahnen in unsere Balkone geparkt und ich kann hier gar nicht sagen ob das bei den Schülerinnen wie es angekommen ist oder nicht.
00:42:41: aber ich hatte das Gefühl ich kann irgendwas... Ich war wirklich so schockiert darüber.
00:42:45: ich kann irgendetwas tun um zumindest nur ein kleines Zeichen zu setzen.
00:42:50: Das führt, glaube ich.
00:42:52: Also bei uns in der Hausgemeinschaft hatte ich das Gefühl... Ich habe von einer Nachbarin eine mega-sweete Sprachnachricht gekriegt.
00:42:57: mit der hab' ich sonst überhaupt nichts zu tun außer dass sich da mein Päckchen abholen und sie das bei uns macht.
00:43:04: Und hätte das Gefühl dadurch entsteht so ein Gefühl von Gemeinschaft was in die Zukunft unserer Hausgemeineschaft?
00:43:11: total positiv wirken wird und kann.
00:43:14: Das ist jetzt ein ganz kleines Mikromikro-Beispiel, es gibt natürlich Makrobeispiele wo sich ganze Nachbarschaften zusammenschließen.
00:43:21: hier in Hamburg gibt's eine ganz lange Tradition.
00:43:24: Wir haben ja hier Park Fiction also diesen diesen Freiraum der erkämpft wurde über Bürgerin Beteiligung der Nachbarsschaft.
00:43:30: das sollte eigentlich zugebaut werden.
00:43:32: die haben in einem ganz intensiven Prozess gemeinsam verhandelt A dass das ein öffentlicher Park wird Und auch gemeinsam quasi Methoden entwickelt, indem sie Wünsche gesammelt haben.
00:43:44: So eine Wunschproduktion angeregt.
00:43:48: wie dieser Park am Ende gestaltet wird.
00:43:50: Und das ist der total zentrale Ort hier in Hamburg, den gibt es irgendwie jetzt schon lange und er gehört nicht nur zum Stadtbild sondern auch zu dieser Stadtgesellschaft.
00:43:58: Sprich auch da hatten Menschen eine Idee, wie sie die Zukunft nicht sehen wollen oder haben eine alternative Zukunft entwickelt und die am Ende umgesetzt.
00:44:08: Ich glaube diese Möglichkeit hat jeder und jede Arbeit zwischen irgendwie Arbeit ... Familie, Sozialleben, Social Media und so weiter bleibt dafür einfach nicht so viel Raum.
00:44:20: Und deswegen glaube ich dass diese Verschaltung von digitalen Möglichkeiten, von Beteiligung und dem tatsächlich konkreten Aushandeln im physischen Stadtraum Die ist einfach ein Riesengeschenk, was wir haben.
00:44:34: Also ich sehe das überhaupt nicht dystopisch dass die technische Entwicklung diese Räume zum Beispiel von möglich oder dadurch nur noch effizienzgetriebene Visionen entstehen sondern ich glaube sie ermöglicht eine Diversifizierung von städtischer Zukunft aber umzusetzen im Alltag.
00:44:50: Das kann nicht nur die Behörde machen, das kann nicht auf einer politischen Ebene entschieden werden.
00:44:56: Da drehen sich die großen Räder und sie müssen sich drehen und mit unseren Wahlentscheidungen beeinflussen wir wer sie widreht – in welche Richtung?
00:45:04: Aber im Kleinen kann das auch einen Impact.
00:45:09: erzeugen, den man echt nicht unterschätzen sollte.
00:45:12: Und ich glaube diese Frustration die wir alle irgendwie spüren, die ist, hängt total an dieser Erzählung, oh Gott es geht alles back-ups, das ist alles so schlimm und wir tun uns so leid und wir deutschen sowieso... Ich war hier gerade auch reprobant Festival.
00:45:27: Ich war vorgestern auf einem sehr lustigen, schönen Konzert wo sich die Musiker in dem Fall zwei Männer viel damit beschäftigt haben das Publikum zu beschimpfen weil niemand sich so engagiert hat wie sie das irgendwie wollten was total toll war.
00:45:41: wir haben alle sehr gefeiert Und die haben irgendwann gesagt, ey Alter.
00:45:44: Also sagen das auf Englisch übersetzt ist jetzt mal was seid ihr hier für Jammerlappen in Hamburg?
00:45:49: Wir kommen irgendwie aus UK!
00:45:51: Ihr habt hier so eine geile Stadt hört man oft zu Jammern und ich glaube dieser Yammer-Modus der ist ein Hamburg natürlich noch sehr viel unangebrachter als in vielen anderen deutschen Städten in denen es anders grau und dystopisch schon aussieht.
00:46:05: aber trotzdem also dieses Yammer da sein ist glaube ich ein Riesenproblem Und ich persönlich habe da keinen Bock mehr drauf.
00:46:13: Ich glaube, wir müssen alle anfangen in die andere Richtung zu steuern und dem was entgegenzusetzen.
00:46:19: Hat er auch dann direkt etwas von Verantwortung abgeben?
00:46:22: In der Sekunde ist ja man ja... gibt man ja seine Selbstwirksamkeit oder das Potenzial auf Selbstwirkksamkeit aus der Hand.
00:46:29: Ich würde mich gerne so ein bisschen zum Ende Richtung Ende der Stadt der Zukunft versuche mal zu nähern.
00:46:36: also bei all dem was persönlich Mir vielleicht vorschwebt an Zukunft für eine Stadt, wird dir was anderes vorschwäben und wieder einer anderen Person etwas ganz anderes.
00:46:47: Aber es gibt ja sicherlich auch objektive Dinge.
00:46:49: also das ist schon die Entsiegelung angesprochen.
00:46:52: Also es gibt hier sicherlich objektives Dinge die passieren müssen.
00:46:55: ich habe irgendwann mal gehört von bestimmten Techniken die man sich beispielsweise im Stadtbau oder der Stadtplanung aus der Natur abguckt.
00:47:04: Schwarz-Weiße Hauswände, die wie Zebras besser sind in der Wärmedurchlässigkeit oder im Thermodemmo quasi von den Häusern irgendwelche Lacke, die aussehen wie Fischschuppen damit da keine Pestizide rankommen und grüne Wände.
00:47:19: also so Dinge, die man sieht abgucken aus der natur.
00:47:21: Also gibt es so objektive Dinge, Dinge die man tun kann, Dinge, welche die Stadt verändern würden wo man jetzt weiß okay das müssen wir... tun, das müssen wir eh tun.
00:47:30: Wie wird das sein in Zukunft?
00:47:33: Also was auf jeden Fall passieren wird ist dass die Fassadenbegrünung total zunehmen wird.
00:47:41: Es gibt natürlich ganz unterschiedliche Ansätze in unterschiedlichen Stehenden und unterschiedlichem Tempo.
00:47:47: Aber das wird kommen, weil es ja nicht nur eine Entsiegelung von Straßen und so weiter notwendig sein wird sondern tatsächlich auch die Fassadengestaltung sich verändern muss und ähnlich wie das Zebra kann man natürlich einfach auch anders Beflanzungen davor sehen.
00:48:02: Das hat dann auch den positiven Nebeneffekt dass in Zukunft ich relativ sicher davon ausgeht, wir mehr lokalen und regionale Landwirtschaft haben.
00:48:11: Also Stichwort Indorf Farming und auch lokaler Anbauflächen glaube ich zunehmen weil einfach das rechnet sich nicht nur CO-zweimäßig nicht sondern auch aus ganz vielen anderen Gründen macht es total Sinn.
00:48:27: Ich glaube die Neutrale Bauweise mit Carbonisierung ist das Stichwort.
00:48:35: Auch das wird zunehmen, es wird andere Mobilitätskonzepte geben und definitiv weniger Autoverkehr geben müssen.
00:48:45: Das wird politisch irgendwann ankommen.
00:48:48: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch andere Formen von Mobilität geben wird.
00:48:52: Man sieht das jetzt schon ... Wenn du dir überlegst wie wenig Lastenräder es noch vor ein paar Jahren gab und wenn jemand so einen Lastenrad fuhr, dann hat man die Menschen angeguckt als wären sie vom anderen Stern.
00:49:02: Manche Sachen muss man erst mal sehen bis man sie glaubt.
00:49:05: Tatsächlich.
00:49:06: Die sind
00:49:06: gesprungen vom perfekten Klischee in den Mainstreams.
00:49:09: Das ist verrückt!
00:49:11: paar Jahre gedauert.
00:49:12: Und auch in schicke Teile, also diese ganzen Menschen die sich so Prestigeobjekte als Auto gekauft haben, die investieren jetzt durchaus auch an irgendwelche Klappfahrräder, die super easy zu handeln sind und dabei auch noch schick aussehen.
00:49:26: Also diese ganzen Dinge werden ziemlich sicher passieren.
00:49:31: ich gebe die städtischen Infrastrukturen sowie wie sie jetzt kennen einem großen Ausmaß zu verändern.
00:49:39: das wird dauern Aber auch da wird sich einiges verändern.
00:49:43: Ich glaube, dass die Lokalität zunehmen wird.
00:49:47: Also dieses Stichwort ... Block-Cities aus Barcelona, Superblocks heißt es.
00:49:53: Aus Barcelona kennt man das, wo fünfzehn Minuten statt ist auch so ein Stichwort also die Erreichbarkeit von den Dingen wie wichtig sind innerhalb einer kurzen Radius rund um dein eigenes Zuhause möglich sein wird.
00:50:07: Das hat damit zu tun dass diese autogerechte Stadt, die lange das Diktum der Stadtplanung war eben nicht mehr die Maßgabe ist sondern wenn ihr jetzt vermehrt guckt okay Wie macht man in kleinen Revieren und Jachbarschaften?
00:50:19: und Communities so fit und erreichbar, dass da alle stittische Infrastruktur schon möglich ist.
00:50:26: Da müssen die Menschen auch nicht mehr soweit von A nach B fahren – das hat wiederum Vorteile für alle möglichen anderen Infrastrukturen.
00:50:33: Also solche Sachen werden auf jeden Fall passieren.
00:50:37: Wir müssen ein bisschen aufpassen in der Planung, dass die Effizienzbrille, die sehr viele Menschen da auch aufsetzen, nicht die entscheidende sein wird ... weil das nicht die Antwort ist auf unsere städtischen Zukunft.
00:50:51: Was ist damit gemeint?
00:50:52: Also, dass sozusagen der schnellste Weg... ...ist nicht immer der beste
00:50:56: Weg?
00:50:56: Der schnellste weg ist nicht der beste und... ...die effizienteste Bebauung ist nicht immer die Lebenswerteste,... ...die optimalste Berechnung für Verschattung... ...und Klimaneutralität ist eventuell die in der kein Mensch leben möchte.
00:51:13: Das sind alles Faktoren.
00:51:14: da muss man irgendwie ein bisschen mehr... auch auf menschliche Bedürfnisse achten.
00:51:18: Und ich glaube, da können wir lernen nicht nur von Tieren aber durchaus auch.
00:51:23: es gibt total coole Floating Structures zum Beispiel die bei Nest-Bebauungen von Tielen sich inspirieren lassen.
00:51:36: Es gibt ganz coole Architekturlösungen für Hitze und Starkregen Genau wie du das beschrieben hast, sich nicht in dem Fall bei Zebras sondern im Insektenreich inspirieren lassen.
00:51:52: All diese ganzen Inspirationsquellen, das auch mitzudenken und das wird hoffentlich auch zu nehmen.
00:51:57: Dass wir ja nicht nur Menschen sind die in der Stadt leben sondern dass da auch sehr viele Tiere leben und ganz viele ja nicht menschliche Akteure Auch das nimmt zu im Verständnis davon wie wir Zusammenleben definieren Mit wem wir da eigentlich entsteht ein Zusammenleben.
00:52:15: Spielt eigentlich Digitalität oder so diese Verbindung aus digitalem Raum und analogem Raum in der Stadtplanung oder in der Vorstellung von der Stadt der Zukunft eine Rolle.
00:52:27: Also ist es so, dass dadurch das unser Leben vermehrt digital auch stattfindet?
00:52:32: Sich auch Digitalität in unserem Stadtleben irgendwie widerspiegelt?
00:52:36: Ja auf jeden Fall!
00:52:37: Das nimmt ja schon dadurch zu... Es gibt glaube ich keinen einzigen Ort in dieser Stadt, wo du nicht Menschen sehen wirst dir auf ihrem Smartphone rumdatteln.
00:52:47: Das wird sich über andere Devices ändern.
00:52:49: die werden glaube ich sehr viel mehr Teil von uns werden als ja sowieso schon sind.
00:52:54: Ich glaube nicht dass das wegzudenken ist.
00:52:55: Ich glaube dass man das zusammen denken muss und ich glaube auch dass das die große Chance ist wenn man sich überlegt wie lange Virtual Reality schon möglich ist und wie schwer das das als Innovation überall hatte.
00:53:09: also dieses das ganze Metaverse, was da ausgerufen wurde.
00:53:13: Das findet ja nur in total Nischen statt und ich glaube es liegt daran dass man da so vereinzelt ist weil dann eben jeder mit seiner VA-Brille alleine isst und die Zukunft eher in so hybriden Lösungen stattfinden wird indem sich Digitale und Analogewelten tatsächlich überlagern.
00:53:33: also dieser ganzen Bereich Augmented Reality den halte ich für für tatsächlich sehr viel zukunftsfähiger und ich glaube, dass der sehr stark zunehmen wird.
00:53:43: Weil die Entwicklung dahin aus beiden Richtungen kommt also weil es zum einen aus den aus der ganzen biotech Forschung zunehmend so Schnittstellen Lösungen gibt und weil aus der Tech-Forschung viel in diese Richtung geht Und das hat Auswirkungen auch auf unser Stadtleben logischerweise.
00:54:03: Ich hab vorhin kurz Blade Runner und die großen Screens angesprochen.
00:54:08: Da kannst du dir vielleicht mal ein paar Science-Fiction-Filme angucken, denn da sind schon durchaus diverse Ideen vorhanden, die ich für sehr wahrscheinlich halte.
00:54:16: Ja interessant ja!
00:54:19: Du hast vorhin schon gesagt, dass man darauf achten muss, dass andere Lebewesen auch eine Rolle spielen in der Stadt?
00:54:24: Überhaupt finde ich ist ja... ...interessant zu beobachten, das eigentlich mal in der Vergangenheit hat irgendwann mal ... diese ästhetische Vision vorgeherrscht, dass eine Stadt das Beton hammer ist.
00:54:38: Das Grau des Dinges also die Industrialisierung hat ja auch krude... ...ästhetischen Ideen mitgebracht oder so Brutalismus oder so Architektonische Ideen davon wie eine Stadt aussehen kann,... ...die man mittlerweile wieder verworfen hat.
00:54:56: Die sind jetzt aber halt da!
00:54:58: Jetzt ist es so.
00:55:00: Also Ich frage mich so ein bisschen, wird sich nicht unser... Also hat unsere Forschung von Ästhetik in dreißig Jahren.
00:55:07: Nicht wieder eine andere Einfluss darauf wie wir eine Stadt der Zukunft haben wollen?
00:55:12: und was ich jetzt meinte auch mit dem Bezug zu den Wir sind nicht die einzigen in der Stadt Der Zugang zur Natur ist ja eigentlich in einer Stadt Die in der Industrialisierung vielleicht groß geworden ist oder gewachsen ist nicht wirklich vorgesehen.
00:55:26: Jetzt denke ich an Zürich wo ich theoretisch aus dem Fluss, der durch diese dochganggroße Stadt fließt trinken könnte.
00:55:34: Es gibt Orten Bayern da ist es so und dann denke ich an die Elbe und Co.
00:55:40: Wo der Zugang zu Natur theoretisch da ist aber einfach durch die industrielle Vergangenheit ist es nicht gegeben.
00:55:44: also das was wir jetzt brauchen Zugang zur Natur ein anderes ästhetisches Bild davon wie eine Stadt sein kann als es noch vor hundert Jahren der Fall war.
00:55:53: Kann das nicht dazu führen, dass wir in dreißig Jahren sagen lasst mal stecken mit den grünen Wänden.
00:55:57: Es wird Zeit für die ganze Stadt untertunneln oder so was?
00:56:02: Hoffentlich nicht!
00:56:03: Wobei es auch interessante Tunnelstrukturen gibt's bis zu mich.
00:56:06: Auch Umnutzungen von U-Bahn-Tunnellen zum Beispiel Galerien und so gibt's coole Beispiele.
00:56:11: ja also klar Das ist natürlich gerade in so einer Stadt die so viel Wasser hat und indem man sich so wenig im Wasser aufhalten kann hier extrem traurig.
00:56:20: auch da gibt sie aber Schritte nach vorne.
00:56:23: Also es gibt ja renaturisierungen, vielleicht schwierig auszusprechen weil es wirklich auch ein Prozess ist der lange Zeit braucht Aber das gibt es ja ganz viel.
00:56:35: Also diese ganzen Begradigungen und so weiter von Kanälen, die werden jetzt zurückgefahren hin zu der Öffnung auch in städtischen Infrastrukturen wo man die ganz lange überdeckelt hat dass man sie eben wieder öffnet und dadurch eben Cooling Zones etabliert also dieses ganze Rückholen von.
00:56:53: in dem Fall Wasserinfrastruktur entsteht da auch eine Gesichtbarkeit.
00:56:57: Die gibt es auch Und ich glaube Es wäre ja total schräg und auch ganz traurig wenn ist keine neuen ästhetischen Idee geben würde, also auch architektonisch.
00:57:06: Das wäre ja fürchterlich!
00:57:07: Also das wäre dann so als hätten wir ja Gründerzeithäuser für den Rest unseres Lebens und nie würde sich irgendwas verändern...
00:57:13: Ich würde sie einigen Ideen der letzten Zeit vorziehen.
00:57:17: Wobei auch da gibt es natürlich totale Fans, gerade diese Brutalismus-Bauten.
00:57:22: Da stehen manche Leute richtig drauf.
00:57:24: Die werden auch begrünt.
00:57:25: Es gibt auch diverse von diesen ganzen Betonwüsten.
00:57:30: die sehen aber so ein bisschen aus finde ich immer wie wie in so eben dystopischen Science-Wiktion, wo die ganze Zivilisation draufgegangen ist und dann überwuchern irgendwelche Pflanzen mit den ursprünglichen Betondinger.
00:57:43: Aber nichtsdestotrotz glaube ich schon dass es architektonisch natürlich andere Ideen geben wird weil Architektur reagiert ja auf genau das was in gesellschaftlichen Gesellschaften passiert was die Menschen brauchen.
00:57:56: also gute Architektor tut das Und ich hoffe, dass auch da die Zeiten von Star-Architekten, die einfach sich selbst mit ihrem Ego verwirklichen wollen, gezählt sind.
00:58:05: Das ist nicht überall der Fall.
00:58:06: aber wie gesagt... Ich bin eine Optimistikerin!
00:58:09: Dass das Wort überhaupt gibt?
00:58:12: Also ich glaube ganz fest daran, dass auch in der Architektur sich großflächig ganz viel verändert.
00:58:18: Er hat sich schon ganz viel verändert und es wird weiter sich so verändern, glaube ich das Architektor für die Menschen gemacht wird und die würde anders aussehen weil die Menschen andere Bedürfnisse haben, weil auch die digitale Welt sich anders verschmelzen wird und dann brauchen wir auch andere Infrastrukturen auch in dem gebauten Umwelt.
00:58:38: Es ist nicht aber so... Viele dieser Ideen, viele diese Dinge auch wirtschaftlichen Zwingen unterliegen.
00:58:44: Also das ja vorhin gesagt manchmal geht es nicht darum den Effizientesten wegzufinden.
00:58:49: die Aufgabe der Privatwirtschaft für sich selbst sozusagen ist hier eigentlich den Effiziantisten Weg zu finden.
00:58:54: Nicht den schönsten sondern den Effi- zientesten, Kosteneffizientisten.
00:58:58: Jetzt muss man sagen ein dritter Ort eine Entwicklung in einer Stadt die lebenswert ist ist für viel Akteure in diesem ganzen Setting vielleicht nicht lohnt.
00:59:09: Und mein Beispiel vielleicht noch mal zu den, nochmal die Schweiz.
00:59:11: Die Zürich war in den letzten Jahren sehr viel in der Schweiz.
00:59:13: deswegen kommen mir diese Gedanken jetzt gerade so.
00:59:15: aber... In Zürch zum Beispiel gibt es ja eine trotz eines sehr privilegierten Lebens und trotz wahrscheinlich einer viel weniger herrschenden sozialen Ungleichheit als Deutschland oder deutschen Städten.
00:59:27: Eine krasse Kultur von Neun Nutzung, Zwischennutzung Übergangs Nutzungen.
00:59:33: Also ich habe die krassesten Konzepte gesehen für Co-Working Spaces, die in alten Fabriken festgestanden haben Kaffee Bröster neben Schokoladenmachern neben Pizzabäckern zusammengearbeitet In einer großen Halle Da ist eine alte Molkerei, die ist jetzt Uni und gleichzeitig ist das Dach ein total grüner Fläch.
00:59:51: Also diese Zwischennutzung, Übergangsnutzungen, alte Lagerhallen, Brutalismus bauten, siebziger Jahre Verbrechen, die irgendwo in der Landschaft stehen, die anders genutzt werden.
01:00:01: Fehlt uns so die Flexibilität des deutschen Städte auch mal was probieren?
01:00:06: Dass man die Dinge neu interpretiert, dass man Räume neu nutzt.
01:00:09: also braucht es nicht eigentlich.
01:00:11: wo ist das?
01:00:13: Es braucht es und es findet statt.
01:00:14: Ich glaube, das ist nicht laut- und nicht sichtbar genug.
01:00:17: Also Juppetanes war der alte K-Stadtsport, der irgendwie ungenutzt wurde in so einem Kreativzentrum was großartig war und der Stadt unglaubliche Bereicherung beschert hat.
01:00:27: Es wird mit dem zunehmenden Leerstand der Innenstadt – also Stichwort wie reagiert man darauf?
01:00:32: Natürlich auch zu Neue und Umnutzungen, also Neunutzung im Sinne von unerwartete Dinge, die da vielleicht reinkommen.
01:00:38: Die eben nicht verkaufsorientiert sind und nicht auf nur einen Arbeitsraum ausgerichtet sondern diese dritten Orte.
01:00:47: ich glaube uns wird gar nichts anderes übrig bleiben.
01:00:49: zum ein und es findet auch schon statt.
01:00:51: also es gibt irgendwie steht es gibt in Kiel Umnutzungen die ganz klein sind aber total erfolgreich ist so die alte muß da zb so'n Ort.
01:01:00: Es gibt hier in Hamburg auch das Gänge für Dölne was was irgendwie neuer ort geworden ist Es gibt in Wuppertal und den Aachen.
01:01:08: Überall gibt es kleine Initiativen, die ganz tolle neue Nutzungen machen.
01:01:15: Die sind meistens in so kleinen Bubbles bekannt, nicht unbedingt die große Masse erreichen.
01:01:25: Also nochmal Strichwort Storytelling.
01:01:28: Wir müssen das über andere Kanäle viel, viel größer machen weil es gibt es und es passiert.
01:01:32: Und immer da wo so eine Neunutzung ... Weil das ist natürlich... Ist das die Zukunft?
01:01:37: Das ist nicht unbedingt der Neubau.
01:01:39: Nicht der Betonneubau sowieso nicht aber vor allen Dingen auch nicht nur immer mehr und immer größer sondern eben die Umnutzung von Bestand.
01:01:48: Und da braucht es Ideen wiederum und die kommen vielleicht auch aus anderen Ländern.
01:01:53: Das ist ja okay, aber wir müssen sie halt hier anders sichtbar
01:01:56: machen.
01:01:59: Wenn du jetzt... Ich meine ein Riesenfaktor, den wir ein bisschen ausgeblendet haben, ist ja auch die Teilhabe an der Stadt der Zukunft.
01:02:09: Also eine Stadt ist groß mal größer, mal kleiner.
01:02:12: Aber nicht jedem geht's da.
01:02:13: jeder hat darin dieselben Voraussetzungen, nicht jeder ist sozusagen in derselben privilegierten Situationen und allem Teil zu nehmen.
01:02:22: Denkst du das man in der Lage ist das mehr mitzudenken?
01:02:26: Also denkst du dass eine Stadt der Zukunft in der Lage ist auch soziale Ungleichheiten und Teilhabe zu ermöglichen und soziale Teilhaben zu ermüglichen?
01:02:35: mehr?
01:02:36: Ich glaube, eine Stadt der Zukunft die Bestand haben will wird das tun müssen weil es sonst keine Stadt mehr ist.
01:02:44: Also wenn ne Stadt sich über Freiheit definiert so wie wir das ja in Deutschland gewohnt sind über ein Ort an dem du eben die genannte Fremdheitserfahrung machen kannst, ohne dass du Angst hast vor anderen Menschen deren kulturellen Hintergrund vielleicht nicht kennst.
01:03:02: Dann muss sich die Stadt entsprechend der Gegenwart anpassen und alleine durch die ganzen Migrationsbewegungen, die auch mehr werden brauchen wir Städte der Zukunft, die diese Offenheit haben und die den Menschen die Angst davor nehmen, sich zu begegnen.
01:03:16: Und ich glaube das etwas ist was automatisch passieren muss weil sonst diese soziale Ungleichgerechtigkeit, wie wir sie haben.
01:03:24: Die wird immer mehr und mehr werden.
01:03:26: Dann ist die Effekt davon auf langesicht sind dann gated communities.
01:03:31: Es gibt es in vielen anderen Ländern auch.
01:03:33: Dann hast du keine Ahnung.
01:03:34: nehmen wir mal eins der krassesten Beispiele Cape Town Südafrika.
01:03:39: da hast du die ganzen reichen super schicken Infrastruktur großartig aufgestellten Bereiche.
01:03:47: Ein paar Meter weiter hast du einen Township und die sind so krass voneinander getrennt, dass du das Gefühl hast, du bist auf zwei unterschiedlichen Planeten.
01:03:57: Und was du zahlst ist der Preis der Freiheit, weil du kannst dich da gar nicht frei bewegen.
01:04:03: Also nach Einbruch der Dunkelheit nehmen alle Menschen, die sich das leisten können überhaupt in dieser Stadt zu leben, sich ein Uber um fünfzig Meter von A nach B zu kommen.
01:04:14: Diese Erfahrung, die fand ich extrem krass.
01:04:17: Also diese Freiheit sich in der Stadt angstfrei zu bewegen hat was damit zu tun dass dafür den Menschen gut gehen muss.
01:04:25: denn diese ganze Segregation und die soziale Spaltung die führt natürlich einfach zu ganz krassen Konflikten für zurecht zu konflikte Und bevor das in einer Radikalisierung endet muss die Stadt der Zukunft diese Offenheit und diese Freiheit für alle Menschen gewährleisten.
01:04:44: Das ist aber wieder das große politische Rat, ne?
01:04:47: Und da bist du wieder beim Brennglas.
01:04:49: Wenn ich verstehe, reden ... Du kommst halt nicht raus aus genau diesem großen Dilemma weil die Stadt des Zukunfts ist einfach auch die Zukunft unserer Gesellschaft.
01:05:00: Wahnsinnig interessant wenn man sich bestimmte Entwicklungen und bestimmte Einstellungen in der Bevölkerung anguckt dass da wo das Brennglass ist also in der Stadt trotzdem irgendwie noch die Akzeptanz für bestimmte Dinge immer noch am höchsten ist, also dass man weiß ich nicht.
01:05:13: Also ich frage mich was möglich wäre wenn man... Wenn viele dinge von denen du ansprichst, wenn man sie wirklich umsetzen würde, was die Stadt leisten könnte auch für eine Gesellschaft in einem Gedankenprozess wo man so einen kulturellen Backlash entgegen wirken könnte?
01:05:28: Wenn man in der Stadt so Gedanken zulässt und wenn solche vielleichte Startpunkten sind.
01:05:34: Zum Abschluss zwei Fragen, die eine ist Wenn du jetzt an Städte denkst, die du kennst.
01:05:39: Welche Stadt die du kennst kommt der statt der Zukunft wie sie sein könnte wie sie vielleicht Menschen Zentriert ist am nächsten?
01:05:48: kannst du das sagen?
01:05:50: Oh, das ist eine harte Frage.
01:05:51: Also die erste Stadt, die mir in den Kopf springt, ist Kopenhagen?
01:05:54: Ich bin echt ziemlich erfahren von Kopenhaagen.
01:05:56: Das ist so ne schöne Stadt, der einfach viel richtig macht und richtig gemacht hat.
01:06:00: Und wo ich auch das Gefühl hab, die geht auch in eine Zukunft, die irgendwie menschzentriert isst.
01:06:06: Jedes Mal kommt man hin und denkt es ist irgendwas Neues dabei mit dem Wahnsinn.
01:06:09: Was werdet ihr noch machen?
01:06:11: was kommt nächstes Jahr?
01:06:12: Und da denken wir nicht in zwanzig Jahreszeiträume.
01:06:14: Nee, eben!
01:06:15: Also ich bin da wirklich... Kommen wir nach Schockholm war ich noch nicht aber klingt danach als sollte ich damit immer hinfahren.
01:06:22: In Europa würde ich jetzt aktuell mal sagen Kopenhagen, aber das ist natürlich eigentlich ein bisschen traurig.
01:06:28: Weil da ist auch die Stadt, dass die wahrscheinlich sehr viele Menschen nennen werden.
01:06:31: Das glaube ich ein viel größerer Blumenstrauß möglich.
01:06:35: Ich glaube es gibt so ein paar kleine Städte an, in denen man irgendwie gar nicht unbedingt denkt.
01:06:38: Ich war tatsächlich jetzt gerade im Wuppertal, ich war ziemlich begeistert was da alles so geht hätte ich jetzt überhaupt nicht für möglich gehalten.
01:06:45: Aber ja also ich glaube vielleicht sind es auch nicht nur die großen Shiny Großstädte sondern auch kleinere, aber ich bleibe trotzdem beikommen.
01:06:55: Ja, ich kann es sehr gut verstehen.
01:06:58: Die letzte Frage ist ein bisschen eine persönliche oder eine Deskriptive wenn du sie so beantworten magst.
01:07:04: was würdest du sagen?
01:07:06: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?
01:07:08: also... Was hören wir?
01:07:10: Was sieht man objektiv?
01:07:13: Ich meine jetzt kennen wir beide Hamburgs sehr gut aber allgemein das sind einfach Dinge wo du glaubst dass is ne Stadt der zukunft in einem Zeitraum der vielleicht mein unser Leben noch einschließt.
01:07:24: Das ist wahrscheinlich schwierig.
01:07:26: Da muss ich dann jetzt so eine realistische Antwort geben und kann nicht irgendwie mit meinem shiny alles wird gut kommen, ja also ich glaube ich fürchte dass tatsächlich die soziale Spaltung und die sozialen Ungerechtigkeit zunehmen wird wenn wir nicht politisch wirklich andere Entscheidungen treffen als es momentan der Fall ist.
01:07:46: Ich glaube es würde leider noch eine ganze weile dauern bis diese ganzen Mobilitätskonzepte die wir brauchen wirklich umgesetzt werden.
01:07:53: Vielleicht braucht es erst mal die Rolle rückwärts, bevor man dann wirklich nach vorne springt.
01:07:57: Aber ich glaube trotzdem auch, dass es kleine Veränderungen überall gibt, die größeren Impact entfalten werden.
01:08:08: Es braucht nur den Mut da auch hinzugucken.
01:08:13: Ich hatte natürlich gehofft, ich könnte jetzt hier Vorgelgezwitscher hinterlegen und erzähl mir von den grünen Wänden.
01:08:18: Und wie man überall die Vorvögel zurückkehren in
01:08:20: die Stadt.
01:08:20: Da würdest du wahrscheinlich sagen, sie hat Visionen schicksig zum Arzt!
01:08:24: Ja, die Realität ist eben kein Stadtplatzspaziergang.
01:08:27: Das ist leider die Wahrheit.
01:08:29: Nichtsdestotrotz glaube ich kann man von dem was du erzählt hast wahnsinnig viel Optimismus mitnehmen.
01:08:33: das ist das Tolle daran.
01:08:34: Unbedingt weil es ja auch nur das was am wahrscheinlichsten momentan scheint und wir alle können ändern was in Wirklichkeit dann eintreten wird.
01:08:43: Was für Schlusswort auf dem Weg zur Stadt der Zukunft.
01:08:46: Ich danke dir selbst eine Zeit, tausend Dank!
01:08:48: Vielen dank dir!
01:08:55: Wenn ihr also vom achtzehnten bis zwanzigsten Mai dabei sein wollt, dann schaut doch mal in die Show Notes.
01:09:16: Dort findet ihr alle Infos zu Tickets, zu den Speaker-Innen und zu Themen.
01:09:21: Mein Name ist Jonas Ross und wir sehen uns im Mai in Berlin oder?
01:09:25: Bis dahin alles Gute und danke fürs Zuhören!
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